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Grey Hat SEO

Die Suchmaschinenoptimierung mit dem grauen Hut - ein schmaler Grat

Allgemeines zur Grey Hat SEO

Die Grey Hat SEO ist die Suchmaschinenoptimierung mit dem grauen Hut, die sich hinsichtlich ihrer Methoden und damit der Seriosität zwischen der White Hat SEO und der Black Hat SEO bewegt. Doch während über diese beiden Varianten sehr viel diskutiert wird, ist die Begrifflichkeit der Grey Hat SEO weniger geläufig, was wir als Manko empfinden. Es handelt sich nämlich um die am häufigsten angewendete Form der Suchmaschinenoptimierung. Warum ist das so? Nun, lupenreine White Hat SEO ist kaum anzutreffen, weil sie nicht immer erfolgreich ist. Absolut “schwarze” SEO gibt es aber auch kaum oder nur kurzfristig, denn die Suchmaschinenbetreiber strafen die entsprechenden Seiten sehr schnell mit einer Penalty ab. Sie verbannen sie auf hintere Ränge in der SERPs oder gleich ganz aus dem Index. Was für die Vermarkter vorrangig bleibt, ist Grey Hat SEO, die unter der Penalty-Schwelle bleibt, aber manchmal ein leichtes Geschmäckle hat.

Grey Hat SEO: Grenzwertigkeit

Es ist eine Auffassungssache, wie jemand Grey Hat SEO bewertet. Sehr seriöse Optimierer betrachten diese Variante der Suchmaschinenoptimierung manchmal als grenzwertig. Die schwarzen Schafe unter den Vermarktern wiederum, die allzu gern zu Black-Hat-Methoden greifen, damit aber nur sehr schnelllebige und kurzfristige Projekte promoten, belächeln die Anstrengungen hinter der Grey Hat SEO. Diese wird angewendet, weil der Optimierer eigentlich seriös arbeiten möchte, allein schon um einer Abstrafung durch Google & Co. zu entgehen. Außerdem möchte er Seiten nachhaltig positionieren, was mit Black Hat SEO kaum möglich ist, drittens möchte er aus innerer Überzeugung vollkommen legal arbeiten. Doch in einem absolut umkämpften Markt kann blütenweiße SEO chancenlos sein. Es gibt sehr viele solcher Märkte, die an sich seriös sind:

  • Mode
  • Lebensmittel
  • Automobile
  • Handwerkerdienstleistungen
  • Entertainment
  • Bauwesen
  • Elektrotechnik
  • Hi-Fi
  • Haushaltsgeräte
  • etc.
Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Wir erwähnen bewusst nicht Finanzdienstleistungen inklusive Kreditvermittlung, Börsenmakler, Partner- oder Personalvermittlung, Gebrauchtwagenhandel, Autoverschrottung und weitere halbseidene Geschäfte, zu denen Black Hat SEO sehr gut passt. Auch viele “Beratungsdienstleistungen” sind die Sekunde nicht wert, die man einen Blick darauf wirft, um sich sofort achselzuckend abzuwenden. Doch wer nun auf einem der genannten seriösen Märkte unterwegs ist, sieht sich einem sehr scharfen Wettbewerb ausgesetzt. Die entsprechende Vermarktung in der Suchmaschine nutzt dann fast immer Methoden der Grey Hat SEO – sonst ist das Unternehmen nahezu chancenlos. Die Vermarkter selbst, ihre Konkurrenten (die aber auch nichts anderes machen) und wir Marktbeobachter empfinden das als grenzwertig.

Grey Hat SEO: Beispiel gefällig?

Grey Hat SEO setzt unter anderem auf massives Bloggen. Nehmen wir einmal an, jemand möchte Haushaltsgeräte verkaufen. Er promoted für eine gewisse Zeit Waschmaschinen und stellt daher umfangreiche Vergleichs- und Testseiten ins Netz, von denen aus er auf die Verkaufsseiten verlinkt, um als Affiliate am Klick der Kunden ein wenig zu verdienen. Nach seinen ersten wirklich gelungenen Testseiten (nach allen Regeln der White-Hat-SEO-Kunst optimiert) stellt er fest, dass sich diese einfach nicht auf vorderen Plätzen bei Google behaupten können. Warum ist das so? Nun, zahllose andere junge Leute hatten dieselbe Idee wie er. Es gibt für den Suchbegriff Waschmaschine Test Mitte Dezember 2018 sage und schreibe 7,33 Millionen Suchergebnisse. Wenn Sie diesen Beitrag später einmal lesen, schauen Sie unter dem Link nach, wie viele Ergebnisse es aktuell sind.

Es leuchtet uns allen ein, dass es reine Lotterie ist, unter so vielen Suchergebnissen einen begehrten vorderen Platz (etwa 1 bis 5) in den Google-SERPs zu erreichen. Was macht nun unser Optimierer, der es nützlich findet, Waschmaschinen zu vergleichen? Er schaltet zahllose Blogs und lässt Autoren über alle erdenklichen Waschmaschinen schreiben: Frontlader und Toplader, große und kleine Maschinen, sehr energieeffiziente Maschinen, Maschinen von Bosch, Siemens, AEG, Bauknecht, Gorenje, Samsung, Beko, Costway, LG, Haier, Miele und und und … Der Optimierer baut Blog-Pyramiden auf: Er verlinkt von 1.000 Blogbeiträgen auf 100 auf 10 auf eine Hauptseite. Das funktioniert durchaus, doch woher nimmt unser fleißiger Affiliate all den Content? Nun, da werden Produktbeschreibungen von ausdauernden Autoren im Eilzugtempo noch und nöcher redundant umgeschrieben, um vermeintlichen Unique Content zu erhalten.

Die vermittelnden Textagenturen und Google lassen dieses Spinning halbwegs durchgehen, doch spätestens hier sind wir bei der Grey Hat SEO angelangt. Eigentlich handelt es schon um Spam, denn wer braucht die 100.000ste Beschreibung ein und derselben Waschmaschine? Doch die Intention des Optimierers in Ehren: Es schadet auch niemandem, etwas über Waschmaschinen zu lesen (anders als über Kredite ohne Schufa, solche Texte sind reine Abzocke). Dieses Beispiel, das Fachleute unter "Satellitenseiten" klassifizieren, veranschaulicht das Prinzip der Grey Hat SEO sehr deutlich.

Methoden der Grey Hat SEO

Das beschriebene Beispiel des massiven Bloggens ist die am häufigsten angewendete Methode der Grey Hat SEO. Weitere Methoden wären:

  • Gastartikel in Outreach-Seiten: Outreach-Seiten haben eine sagenhafte Reichweite. Wer es schafft, dort einen Artikel unterzubringen und auf seine eigene Seite zu verlinken, kann davon sehr profitieren. Ob das Grey Hat SEO ist, lässt sich gar nicht genau definieren, denn Gastartikel sind an sich nichts Schlechtes. Einige Vermarkter versuchen sogar, Wikipedia dafür einzuspannen, doch dort halten sich Artikel mit rein kommerzieller Intention nicht lange.
  • Linkkauf von absolut themenverwandten Seiten: Linkkauf ist eigentlich eine Black-Hat-Methode. Wenn aber die verlinkenden Seiten wirklich gut zur eigenen Seite passen, es also einen echten inhaltlichen Mehrwert für die User gibt, fällt die Maßnahme eher in den Bereich der Grey Hat SEO.
  • Web 2.0s: Die Begrifflichkeit ist etwas überholt, sie entstand schon zu Beginn der 2000er Jahre und war einer der ersten Grey Hat SEO Versuche. Man meint damit das intensive Interagieren mit Nutzern in Foren, das heute vorrangig in etablierten Social Networks stattfindet. User Generated Content (Foren- und Social-Media-Posts) ist für die SEO sehr gut. Wenn er aber künstlich forciert wird, ist das eine Maßnahme der Grey Hat SEO.

Ist Grey Hat SEO gefährlich?

Wer Grey Hat SEO betreibt, riskiert praktisch niemals eine Penalty, weil per Definitem solche (Penalty-würdigen) Aktionen zur Black Hat SEO gehören. Doch überoptimierte Seiten rutschen manchmal schleichend in den SERPs ab. Das müssen die Optimierer sehr genau beobachten. Grey Hat SEO verlangt daher viel Expertise und Aufmerksamkeit.